Mundspülungen und Co.

Mundspülungen und Mundwasser gegen Mundgeruch
2. Januar 2019 Christoph
In Mittel gegen Mundgeruch

Schlechter Atem entsteht zu 90% im Mund- und Rachenraum durch geruchsbildende Bakterien, die im Mund Nahrungsreste abbauen und gleichzeitig Zähne, Zahnfleisch sowie die Mundschleimhaut befallen.

Die Mundhöhle ist daher der richtige Ort, um direkt gegen Mundgeruch vorzugehen. Mundspülungen und Mundwasser werden dabei gerne und oft angewendet. Manche dieser Mittel sorgen nicht nur für einen frischen Atem, sondern verbessern auch die Zahnhygiene und wehren Krankheitserreger ab.

Es gibt eine Vielzahl an Anbietern, die Mundwasser und Mundspülungen verkaufen. Ihr Vorgehen ist oft ähnlich, denn sie preisen ihre Produkte als das heilbringende Elixier gegen Parodontitis und Karies an. Daher stellt sich doch die Frage, ob tägliches Gurgeln mit diesen Flüssigkeiten unsere Zahngesundheit verbessert? Außerdem ist seitens der Werbung nicht immer klar, welche Mundspülungen oder Mundwasser für welche Aufgaben geeignet sind. Aus diesem Grund verschaffen wir in diesem Artikel einen Überblick und rüsten euch mit allem Wissenswerten rund um das Thema Mundspülungen und Mundwasser aus.

Unterschied zwischen kosmetischen, fertigen und medizinischen Mundspüllösungen

Die Begriffe Mundspülungen und Mundwasser werden oft durcheinander gebracht, bzw. falsch verstanden. Aus zahnmedizinischer Sicht unterscheidet man zwischen drei Flüssigkeiten als Phrophylaxe gegen Bakterien: kosmetische Mundwasser, Mundspüllösungen und medizinische Mundspülungen.

Kosmetische Mundwasser

Werden in verdünnter Form verwendet, enthalten ätherische Öle und Menthol.

Mundspüllösungen

Kommen in konzentrierter Form vor (können bei Verwendung auch mit Wasser verdünnt werden), mit Kräuteressenzen und/oder Fluoriden, die das Zahnfleisch pflegen und den Zahnschmelz härten.

Medizinische Mundspülungen

Gehören zu der Reihe der Mundspüllösungen. Ihnen wird eine heilende und vorbeugende Wirkung nachgewiesen. Sie enthalten den antibakteriellen Wirkstoff Chlorhexidin.

Hersteller kosmetischer Mundwasser müssen nicht zwingend halten, was sie versprechen. Sie unterliegen der „Verordnung für kosmetische Mittel“, was bedeutet, dass sie beliebig Inhaltsstoffe zusammenmischen können; natürlich ohne den Verbraucher zu schädigen. Einen positiven Nachweis über die Wirkung ihrer Mundwasser müssen sie allerdings nicht liefern. Folglich bedeutet “Klinisch getestet” nur, dass das Mundwasser in einer Klinik getestet wurde und keine Risiken birgt. Das heißt allerdings nicht, dass es acuh effektiv wirkt. Außerdem beinhalten viele der kosmetischen Mundwasser Alkohol, der desinfizierend wirkt und das Produkt länger haltbar macht. Der Alkoholanteil kann bis zu 30% betragen, was den Mund austrocknen kann und den Mundgeruch eher begünstigt. Dieser kann noch stärker sein als vor der Nutzung von Mundwasser, denn der Speichel sorgt für einen gesunden pH-Wert im Mund. Fehlt Speichel, können sich die Bakterien ungezügelt vermehren. Auch für Kinder ist Alkohol nicht optimal. Für sie gibt es aber auch alkoholfreie Lösungen.

Wer jedoch eine medizinische Mundspülung herstellt, ist verpflichtet einen Nachweis über den positiven, wirkungsvollen Effekt des Produktes zu erbringen. Dieser Nachweis ist absolut notwendig, da es sich in diesem Fall um ein Medikament handelt, welches nur in Apotheken erhältlich ist. Meistens enthalten diese apothekenpflichtigen Mundwasser den Inhaltsstoff Chlorhexidin, welcher Bakterien gnadenlos abtötet. Die Anwendung solcher medizinischer Munspülungen ist allerdings nur für eine kurze Zeit vorgesehen, z. B. um die Parodontitis-Behandlung zu unterstützen oder nach einer Operation, um eine Heilung zu begünstigen.

Nachteile von Chlorhexidin:

Zähne und Zunge können sich bräunlich verfärben. Während der Anwendung kann mit abrasiver Zahnpasta einmal wöchentlich Abhilfe geschaffen werden. Ansonsten kann nach dem Absetzen des Produktes der bräunliche Zahnbelag zahnschonend von einem Zahnarzt entfernt werden.

Das Geschmacksempfinden kann sich verschlechtern, kehrt aber wieder zum Normalzustand zurück, sobald das Produkt abgesetzt wurde.

So wirken Mundspülungen und Mundwasser gegen Mundgeruch

Wie eingangs erwähnt, sind Mundspülungen und Mundwasser für verschiedene Aufgaben konzipiert, um speziellen Beschwerden entgegen zu wirken und bestimmte Ergebnisse zu erzielen. Die Wirkungskraft einzelner Mundspülungen und Mundwasser wird in den folgenden Abschnitten kurz zusammengefasst.

Mundwasser für frischen Atem

Mundwasser enthalten oftmals ätherische Öle, Pfefferminz oder Menthol. Anfangs überdecken sie den Mundgeruch sehr gut, doch ihre Duftnoten verflüchtigen sich bereits nach kurzer Zeit. Das eigentliche Problem, bzw. Ursache bleibt somit unbehandelt: mangelnde Mundhygiene. Es wird durch die Anwendung von Mundwasser viel eher vertuscht. Stimmt die eigene Zahn-, Zahnfleisch- und Zungenpflege und das Mundwasser soll nur für frischen Atem sorgen, dann ist gegen die Anwendung eines atemerfrischenden Mundwassers nichts einzuwenden.

Mundspülungen gegen Karies

Zahnbeläge, bzw. Zahnstein sind meist die Ursache für Karies. Um diesen zu unterdrücken, sind zwei Arten von Mundspülungen bekannt. Eine, die den Zahnbelag lockert, sodass er einfacher entfernt werden kann; und die andere, welche kariesreduzierende Zusatzstoffe wie die Fluoride (z. B. Zinn- und Aminfluorid) enthält. Mundspülungen, die gegen Karies vorbeugen, sollten nicht mehr als 0,02 bis 0,05% Fluorid enthalten, laut Bundesamt für Risikobewertung, BfR. Innerhalb dieser Grenzen hilft ein höherer Fluoridanteil besser Karies zu bekämpfen als ein niedrigerer. Über diese Grenze hinaus kann Fluorid jedoch auch schädlich sein, da der Mensch aus verschiedensten Quellen (z. B. Zahnpasta, Speisesalz, Mineralwasser) Fluorid bezieht und so sich die Dosis im Körper erhöht. Daher ist es beispielsweise nicht notwendig, zusätzlich zu einer fluoridhaltigen Mundspülung eine Fluorid-Zahnpasta zu verwenden.

Übertreibt man es also nicht mit Fluorid-Produkten und hält sich an die ärztlichen Anweisungen, gibt es nichts zu befürchten.

Mundspülungen gegen Karies sind vor allem für Menschen:

  • mit freiliegenden Zahnhälsen.
  • die älter, behindert oder pflegebedürftig sind, sodass sie nicht selbst regelmäßig eine gründliche Zahn- und Mundreinigung durchführen können.
  • die wegen einer Parodontitis behandelt werden/wurden.
  • die Brackets (eine feste Zahnspange) tragen.

Mundspülungen für die Zahnfleischpflege

An dieser Stelle wollen wir deutlich machen, dass Mundspülungen zur Zahnfleischpflege Entzündungen nur zu einem gewissen Grad lindern, jedoch nicht vollständig heilen können. Experten warnen davor blutendes Zahnfleisch zu ignorieren, denn gereiztes Zahnfleisch ist empfindlich und sollte viel häufiger als Zähne und Zahnfleischränder manuell gereinigt werden. Daher hier der Aufruf: Zögert nicht einen Termin bei eurem Zahnarzt zu vereinbaren, wenn euer Zahnfleisch weiterhin Probleme macht.

Inwieweit lindern die zahnfleischpflegenden Mundspülungen nun Entzündungen? Mithilfe der enthaltenen Kräuter kann die sauerstoffreiche Blutzufuhr verbessert werden. Dadurch werden die Zellen gestärkt und das Zahnfleisch robuster. Außerdem können Kräuter und andere Inhaltsstoffe (z. B. Allantoin, Vitamin A) wunde Stellen beruhigen. Allein in Kombination mit Amin- und Zinnfluorid wirkt die Mundspülung antibakteriell.

Mundspülungen für die Zahnfleischpflege sind für Menschen:

  • die vorübergehend die Keimanzahl im Mundraum verringern müssen.
  • die vorübergehend unterstützend eine Behandlung bei Zahnfleischentzündungen (Gingivitis), verursacht durch Bakterien, benötigen.
  • die Unterstützung bei der Heilung während/nach einer Parodontitis-Behandlung benötigen.
  • die nur eingeschränkt für eine ordentliche Mundhygiene sorgen können; im Fall von einer Bewegungsstörung (z. B. Zahnspange – Brackets) oder starker Pflegebedürftigkeit (z. B. Altersschwäche, Behinderung, Krankenhausaufenthalt

Achtung Allergiker: Wer zu Allergien neigt, sollte vorher prüfen, ob er/sie allergisch auf bestimmte Inhaltsstoffe wie beispielsweise Kräuter reagiert!

Wie benutze ich Mundspülungen und Mundwasser richtig?

Um die besten Resultate mit Mundspülungen und Mundwasser zu erzielen, sollten folgende Punkte beachtet werden.

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Die richtige Menge nutzen

Nach dem Zähneputzen nimmt man eine bestimmte Menge des Mittels verdünnt oder unverdünnt in den Mund. Ein Blick auf den Beipackzettel oder auf das Etikett der Verpackung verrät die Menge und wie das Mischverhältnis mit Wasser lautet. Bei Konzentraten reichen meist schon ein paar Tropfen der Mundspüllösung. Bei fertigen Produkten hingegen dient der Deckel, bzw. die Verschlusskappe als Dosierungshilfsmittel.

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Die korrekte Dauer einhalten

Die Wirkung des Produktes steht und fällt nicht nur mit der richtigen Dosierung und dem richtigen Mischverhältnis, sondern auch wie lange der Mund- und Rachenraum durchspült wird. In der Regel werden Mundspülungen und Mundwasser ca. eine halbe Minute angewendet. Es kann aber auch mehr oder weniger sein, daher ist es empfehlenswert auf dem Beipackzettel oder dem Etikett nach dieser Information zu suchen. Innerhalb der vorgegeben Zeit sollte man die Lösung fleißig gurgeln, schlürfen und von einer Backenseite auf die andere durch die Zähne ziehen. So wird sichergestellt, dass die Mundspülung oder das Mundwasser auch alle Stellen in der Mundhöhle und im Rachenraum erreicht.

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Nicht schlucken

Sobald die Spülung beendet ist, wird die Lösung ausgespuckt. Bitte nicht hinunterschlucken, da dies zu Magenbeschwerden führen kann, wenn oft und dabei eine große Menge verschluckt wird! Der Mund sollte danach auch möglichst nicht mehr mit Wasser ausgespült werden, damit die heilenden und zähnepflegenden Inhaltsstoffe optimal einwirken können.

„Kein Orangensaft vor dem Zähneputzen!” Wenn man säurehaltige Speisen oder Getränke wie Äpfel, Säfte, etc. zu sich genommen hat, sollte man eine Mundspülung mit Fluordid unbedingt vermeiden. Die Säure greift den Zahnschmelz an, welcher dann durch das Zähneputzen oder die Verwendung von Mundspülung weiter abgebaut werden würde.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Munddusche?

Am besten eignet es sich abends vor dem Schlafengehen, da sich über Nacht die volle Wirkungskraft der Mundspülung entfalten kann und diese nicht mehr durch Essen und Trinken beeinträchtigt wird.

Möchte man einen frischen Atem, kann man Mundwasser auch mehrmals am Tag (z. B. nach knoblauchhaltigen Speisen) verwenden, um die unerwünschten Gerüche zu überdecken.

Wie häufig sollte man Mundspülungen und Mundwasser anwenden?

Die Häufigkeit der Anwendung ist abhängig vom Produkt. Kosmetische Mundwasser können täglich angewendet werden. Im Fall von (medizinischen) Mundspülungen sollte man den Angaben der Ärzte, Apotheker und auf der Packungsbeilage folgen.

Sind Mundspülungen und Mundwasser für Kleinkinder geeignet?

 Zahnärzte raten davon ab, dass Kinder unter sechs Jahren Mundduschen anwenden. Sie könnten die Lösung verschlucken. Der darin enthaltene Alkohol und andere chemische Stoffe könnten den Kindern Schaden zufügen, denn in großen Mengen reizen sie Speiseröhre und Magen, sodass sie an Erbrechen und Durchfall leiden könnten.

Bis 12 Jahre sollten Kinder spezielle Kinder-Mundspülungen/-wasser verwenden, da diese nicht nur besser schmecken, sondern auch keinen Alkohol enthalten.

Was sollte man beim Kauf von Mundspülungen und Mundwasser beachten?

Laut Stiftung Warentest können günstige Mundspülungen und Mundwasser aus Drogerie- und Supermärkten vor Karies schützen. Wem das jedoch zu wenig ist und wer viel eher nach einem Rundumschutz Ausschau hält, der ist gezwungen etwas mehr Geld hin zu blättern. Qualität hat nun mal seinen Preis. Apotheken sind hier die richtige Anlaufstelle, und auch der eigene Arzt empfiehlt gerne qualitativ hochwertige (medizinische) Mundspülungen, die den eigenen Bedürfnissen entsprechen. Man sollte sich nicht scheuen die Experten um Rat zu fragen, wenn es um die eigene Gesundheit geht.

Zusammenfassung

Wer glaubt, dass allein eine Munddusche ausreicht, um eine gesunde Mundhygiene beizubehalten, liegt völlig falsch. Keine Mundspülung und kein Mundwasser kann das, was eine mechanische Reinigung ausrichten kann. Mit Zahnbürsten, Zahnpasta und Zahnseide/Interdentalbürstchen kann der Dreck effektiv um die Zähne beseitigt werden. Mit dem Zungenreiniger von Yuveda wird manuell die Bakterienanzahl auf der Zunge – dem Keimherd schlechthin – verringert. Mundspülungen zerstören höchstens die übrig gebliebenen schädlichen Bakterien, aber leider auch die guten, und der Dreck bleibt dennoch.

Eines ist jedoch durch Mundspülungen gewährleistet: Sie kommen an die Stellen der Zahnzwischenräume und Zahnfleischtaschen, die nicht mit den anderen Hilfsmittel erreicht werden können. Menschen, die beispielsweise sehr anfällig für Parodontitis sind, bzw. häufig mit Zahnfleischproblemen zu kämpfen haben, schwören auf die zusätzliche Hilfe von Mundspülungen.

Mundwasser sind von der Diskussion ausgeschlossen. Sie neutralisieren nur den Mundgeruch und sind im Kampf gegen Karies und Paradontitis überflüssig.

Dr. Mark Burhenne bringt es auf den Punkt und sagt, dass wenn man sein Geld sinnvoll investieren möchte, man Geld für Produkte ausgeben sollte, die folgende Inhaltsstoffe NICHT enthalten:

  • Alkohol
  • Chlordioxid
  • Chlorhexidine
  • Cocamidopropyl Betaine
  • Parabene
  • Poloxamer 407
  • Formaldehyde
  • Saccharin

Oder man greift zu reinen natürlichen Inhaltsstoffen.

Mundspülungen und Mundwasser gegen Mundgeruch
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