Wie erkennt man Mundgeruch?

Selbsttest, Halimeter oder lieber der Gang zum Arzt?

Wie erkennt man Mundgeruch?
15. September 2018 Christoph
In Mundgeruch
Gespräch mit Mundgeruch

Mundgeruch zu haben ist unangenehm – für den Betroffenen selbst, aber vor allem für die Leute in seinem Umfeld, die unter dem unschönen Geruch leiden. Jedoch weiß der von Mundgeruch Geplagte oftmals gar nicht selbst, dass sein Atem übel riecht. Denn er hat sich bereits so an diesen gewöhnt und kann ihn deshalb kaum oder gar nicht wahrnehmen. Wie also kann man nun feststellen, ob man Mundgeruch hat?

Wir stellen hier zwei Herangehensweisen vor. Zum einen kann man Tests selbst schnell und einfach durchführen oder aber man vertraut sich einem Arzt an.

1. Der Selbsttest

Vermutest du bei dir Munderguch oder wurdest bereits darauf angesprochen? Dann mache jetzt den Selbsttest bevor du einen Arzttermin vereinbarst. Wir zeigen dir wie es geht.

1.1. Was ist ein Selbsttest?

Typischerweise sind Selbsttests Tests, die man – wie der Name schon sagt – selbst anwendet. Sie sind einfach zum Nachmachen, nehmen nicht viel Zeit in Anspruch und können mit wenigen Hilfsmitteln aus dem eigenen Haushalt durchgeführt werden. Diese können jedoch in keinster Weise Mundgeruch ausschließen, sondern helfen nur dabei festzustellen, ob er bereits vorhanden ist. Weitere, validiertere Methoden (s.u.).

Es gibt sechs gängige Selbsttest-Varianten, die wir euch nun vorstellen werden.

1.2. Wie funktionieren Selbsttests?

Handrückentest MundgeruchVariante 1: Handrücken-Test

Zuerst wird der Handrücken gründlich gesäubert. Dann leckt man mit der feuchten Zunge zwei Mal kräftig über den Handrücken und lässt die nasse Haut etwa 30 Sekunden kurz antrocknen. Anschließend riecht man an genau derselben Stelle.

Glas, SpuckeVariante 2: Speichel-Test

Man spuckt ein paar große Tropfen Speichel in ein Glas und verschließt dieses anschließend mit einem Deckel. Nach etwa fünf Minuten den Deckel abnehmen und an dem Glas riechen.

Kind ZungentestVariante 3: Zungenbelag-Test

Je nach dem welches Hilfsmittel gerade verfügbar ist, nimmt man einen Teelöffel, ein Wattestäbchen oder einen anderen Gegenstand, mit dem behutsam vom hinteren Zungenrücken etwas Zungenbelag abkrazt. Rieche dann daran.

Tüte, Inhalieren

Variante 4: Luftbeutel-Test

Idealerweise nimmt man einen geruchlosen Beutel oder eine Tüte zur Hand, atmet darin aus und hält ihn/sie danach zu. Dann geht man in einen anderen Raum, der zuvor gut gelüftet wurde, und öffnet den Beutel/die Tüte direkt vor der Nase und riecht.

Hände, Aremluft

Variante 5: Atemluft-Test

Halte deine Hände zusammen, geschlossen und mit den Handflächen zu dir zeigend vor dein Gesicht, sodass sich ein Hohlraum bildet – so als würdest du Wasser aus deinen Händen trinken wollen. Hauche in deine Handflächen und rieche an der ausgeatmeten Luft.

Kaffeefilter, Test

Variante 6: Streifen-Test

Für diesen Test wird ein dünner, kleiner Streifen aus einem Löschblatt oder Kaffeefilter geschnitten. Mit diesem kann dann über die gesamte Zunge von vorne nach hinten gestrichen werden an verschiedenen Stellen. Abschließend am Papierstreifen riechen.

Steigt dir ein abstoßender Geruch in die Nase, ist das ein Anzeichen für Mundgeruch.

Eine valide Aussage, ob man unter Mundgeruch leidet, kann man durch Selbsttests nicht zu 100 % sagen, da man auf den eigenen Geruchssinn angewiesen ist. Der deutlich bessere Schritt ist es eine Vertrauensperson fragen, wie z.B. seinen Partner oder jemanden aus der Familie, um sich eine weitere Meinung einzuholen. Es handelt sich hier wohlgemerkt nur um subjektive Meinungen.

Da Mundgeruch ein sehr empfindliches Thema ist und man selbst oftmals anderen Personen diesen Gestank nicht zumuten möchte, sollte man einen Gang zum Arzt bei Verdacht ruhig in Betracht ziehen. Zahlreiche Ärzte sind darauf spezialisiert und bieten extra Mundgeruchsprechstunden an.

Zusammenfassung:

Selbsttests bieten keine klare Antwort, können jedoch helfen eine Vermutung zu bestärken.

  • Vorteil: einfach, geringer Zeitaufwand, keine weiteren Personen involviert, mit einfachen Mitteln umzusetzen
  • Nachteil: geringe Aussagekraft/keine Gewissheit, sehr individuell (subjektive Wahrnehmung)

2. Der Arzt mit Halimeter

Da bei bis zu 90 % aller Betroffenen die Ursache für Mundgeruch in der Mundhöhle liegt (z. B. Zahnfleischentzündung), ist dies zuerst einmal die Baustelle des Zahnarztes. Durch zahnmedizinische und orale Befunde (z. B. Mundhygienestatus, Zahnbefund,Zahnfleischzustand, Zungenbefund, Speichelqualität/-quantität, Schleimhautbefund) wird der Sache zunächst auf den Grund gegangen. Des Weiteren führt der Zahnarzt, wenn notwendig, eine professionelle Gas-Analyse der Atemluft durch, auch Gaschromatographie genannt unter Zuhilfenahme eines Halimeters.

2.1. Was ist ein Halimeter?

Bei der Gaschromatographie handelt es sich um eine physikalische und chemische Untersuchung, bei der einzelne Gase direkt, aber sehr aufwendig gemessen werden können. Das Gerät, welches sich bei dieser Untersuchungsmethode etabliert hat, heißt Halimeter. Es misst den Anteil der flüchtigen Schwefelpartikel, die von Bakterien durch den Zersetzungsprozess von Nahrung freigesetzt werden, in der Atemluft und stellt die Werte grafisch dar. Anders als die Selbsttests (s.o.), basieren die Ergebnisse dieser Methode auf objektiven Analysen.

2.2. Wie funktioniert ein Halimeter?

Der Patient muss mehrere Sekunden kräftig in das Gerät pusten, bzw. ausatmen. Wenige Sekunden nach dem Test sind die Ergebnisse sofort verfügbar.

Krankenkassen übernehmen bei einer Untersuchung mit dem Halimeter keine Kosten, sodass eine derartige Arztbehandlung einem oftmals teuer zu stehen kommt.

Zusammenfassung:

Das Halimeter gibt eine objektive und klare Antwort, ob als Mundgeruch wahrgenommener Atem ausgestoßen werden.

Vorteil: genaue (objektive) Messung, klares Ergebnis
Nachteil: zeitintensiv (Gang zum Arzt), kostet Geld

Eine lohnenswerte und dazu kostengünstigere Alternative ist der Selbsttest mit einem eigenen Halimeter.

3. Der Selbsttest mit Halimeter

Zuallererst sollte erwähnt werden, dass es so scheint, als stecke die Technologie für Halimeter für Laien zum selber testen noch in den Kinderschuhen. Grund für unsere Annahme sind die wenigen Kaufangebote von Halimetern und deren mäßig zufriedenstellenden Bewertungen, vor allem die Genauigkeit der Messungen wird bemängelt.  

Trotz alledem möchten wir hier vier bekannte Halimeter, die zurzeit auf dem Markt existieren, vorstellen und vergleichen. Denn falls du darüber nachdenkst dir einen anzuschaffen, wollen wir dir die Entscheidung vereinfachen.

Platzhalter Halimeter

Platzhalter Halimeter

Natürlich sind die Selbsttest-Halimeter nicht so zuverlässig wie die ausführlichen und genauen Messungen bei einem Arzt.

Allerdings bieten sie viele andere Vorteile, die einen Kauf lohnenswert machen. Sie sind zum einen relativ günstig und zum anderen sehr handlich durch ihr kleines Format. Man kann sie beispielsweise bequem in einer Handtasche an jeden Ort mitnehmen. Sie liefern auch innerhalb weniger Sekunden Ergebnisse, sodass kurz vor einem wichtigen Date oder Geschäftstermin noch einmal schnell der eigene Atem gecheckt werden kann. Gerade wenn es darum geht, dass Betroffene wieder mehr Sicherheit und Selbstbewusstsein im Umgang mit anderen Menschen gewinnen, ist ein Halimeter absolut Gold wert. Außerdem können Erfolge bestimmter Behandlungsmethoden mit Zungenschabern, Mundspray, Mundwasser etc. besser nachverfolgt werden.

Zusammenfassung:

Ein Selbsttest mit einem Halimeter bietet ebenso objektive/valide Ergebnisse, wenn mit einem guten Gerät durchgeführt. Eine Ärztliche Beratung bleibt zwar leider aus (s. 4.1), dafür ist man diskret und spart sich den Gang zum Arzt und damit Zeit. Zudem kann man den Test nach der Behandlung des Mundgeruchs jederzeit kostengünstig wiederholen.

Vorteil: objektive Aussage, diskret, zeitsparend, wiederholbar/immer verfügbar, Behandlungserfolge schnell sichtbar
Nachteil: Validität hängt von Gerät ab, keine ärztliche Betreuung

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