Alles über Zungenreiniger

Alles über Zungenreiniger
27. September 2018 Bernard
Kupferne Zungenreiniger zur Bekämpfung von Mundgeruch

Unsere Mundhygiene konzentriert sich hauptsächlich auf die Reinigung der Zähne, obwohl diese nur 10 % der Oberfläche der Mundhöhle ausmachen. Die Mundhöhle ist eine der wichtigsten Verbindungen zwischen der Außenwelt und unserem Körper, daher ist die ganzheitliche Pflege dieser so wichtig, um unsere generelle Gesundheit zu wahren. Die alten Yogis und Ayurveda-Praktiker haben das schon lange kapiert, denn seit tausenden von Jahren wird der Zungenreiniger zur ayurvedischen Gesundheitsroutine verwendet. Auch die westliche Welt hat die gesundheitsfördernden Wirkungen des Zungenreinigers entdeckt.Er findet mehr und mehr Anklang bei der breiten Masse. Grundstein für diese Überzeugung sind hauptsächlich Studien, die in den letzten Jahren veröffentlicht wurden.

„Unglaublich aber wahr: 2/3 aller Bakterien im Mundraum sitzen auf der Zunge.“

Die wichtigsten Punkte vorab kurz zusammengefasst:

Was ist ein Zungenreiniger? Er ist ein Hilfsmittel, um die Zunge zu reinigen und Beläge zu entfernen. Seine Form passt sich optimal der Zungenanatomie an und ist daher leicht gebogen oder u-förmig, lang, schmal und flach, sodass er auch den hinteren Teil der Zunge erreicht.

Zweck. Zungenbeläge werden abgeschabt, um Bakterien zu entfernen und Erkrankungen in der Mundhöhle (z. B. Pilze, Zahnfleischentzündung) sowie Karies vorzubeugen. Die Abfallprodukte der Bakterien sind meist schwefelhaltig und sorgen deshalb für den stinkenden Mundgeruch. Durch den regelmäßigen Einsatz des Zungenreinigers wird der Belag entfernt, somit auch die Bakterien und schließlich der Mundgeruch. Folglich sind Mundgeruch, Karies & Co. Geschichte und unser Geschmacksempfinden verbessert sich.

Kupfer: Zungenreiniger aus Kupfer sind Zungenreiniger aus Kunststoff vorzuziehen, da Kupfer antibakterielle und antimikrobielle Eigenschaften besitzt. Kupfer tötet Keime und Bakterien binnen weniger Stunden ab, sodass du dir im Gegensatz zu Kunststoffzungenreiniger bei der nächsten Anwendung nicht wieder Bakterien zum Mund führst.

Anwendung. Mit einfachen Ziehbewegungen den Zungenreiniger vom hinteren Zungenrücken bis ganz an die Spitze bewegen. Das ganze wird zwei Mal täglich und nach dem Zähneputzen wiederholt. In wenigen Sekunden ist es erledigt.

Preis. Ein Zungenreiniger aus Kunststoff kostet nur wenige Euro, muss aber regelmäßig (etwa so häufig wie die Zahnbürste) ersetzt werden. Zungenreiniger aus Edelstahl, Kupfer, Silber und Gold sind etwas bis deutlich teurer, halten aber auch sehr viel länger.

Der Zungenreiniger aus Kupfer hat sich durch seine positiven Eigenschaften und günstigen Preis durchgesetzt. Er ist bei uns in zweifacher Ausführung bereits für unter 10€ zu haben.

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Die oben angesprochenen Themen werden in den nächsten Abschnitten vertieft und um weitere Fragen ergänzt, um euch möglichst einen breiten Überblick über das Thema zu verschaffen: Welcher Zungenreiniger passt zu mir? Ist ein Zungenreiniger aus Kunststoff genauso effektiv und hygienisch wie eine teures Produkt aus Edelstahl? Was sind die Vor- und Nachteile? Wo kann ich einen Zungenreiniger kaufen? Welche Alternativen zur Zungenreinigung gibt es?

Wie wirken Zungenreiniger?

Um diese Frage zu beantworten, stellt sich jedoch zuerst eine ganz andere Frage: Was sind Zungenbeläge überhaupt?

Es sind pelzige oder farbige Veränderungen (weiß, gelb, etc.) der Zungenoberfläche. Dafür verantwortlich sind tote Hautzellen, Bakterien, Speichel- und Nahrungsreste, die sich in den Vertiefungen der Zunge einnisten. Diese Zahnbeläge können Ursache verschiedener Symptome sein, aber auch Anzeichen dafür, dass der eigene Körper sich in einer gewissen In-Balance befindet, laut Ayurveda.

Da diese Frage nun geklärt ist, wird im nächsten Schritt die Wirkung von Zungenreinigern beleuchtet.

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Symptom 1: Mundgeruch

Damit ist keine fiese Alkoholfahne, der berühmt berüchtigte Knoblauchatem oder der unangenehme Nikotingeruch eines Rauchers gemeint. Nein, es kann sich hier sogar um chronischen Mundgeruch handeln – also die ernsthafte Version!

Übler Mundgeruch am morgen ist grundsätzlich nichts ungewöhnliches, denn nachts wird weniger Speichel produziert, der beispielsweise Nahrungsreste natürlich wegspült. Aus diesem Grund lagern sich Beläge ab. Diese sind nichts anderes als Bakterien, die Proteine und Eiweißstoffe in Aminosäuren abbauen und dabei schwefelartige Gase freisetzen, die man wiederum als Gestank nach verfaulten Eiern wahrnimmt. Mehrere Studien haben bereits den Zusammenhang zwischen den Gas produzierenden Bakterien und Mundgeruch bewiesen, so auch Aylikci und Colak.

Nach dem Zähneputzen inklusive der Verwendung von Zahnseide sollte der Mundgeruch eigentlich Geschichte sein. Wenn das nicht der Fall ist, kann man es zusätzlich mit einem Zungenreiniger versuchen, um die Schwefelgas produzierenden Bakterien zu entfernen. Sieht man nach regelmäßiger Anwendung und wenigen Wochen keine Verbesserung, könnten die Ursachen wo anders liegen. Laut dem Zentrum der Gesundheit haben in 90 % der Betroffenen gesundheitliche Störungen im Mund-, Nasen- und Rachenbereich. 10 % leiden unter Mundgeruch, da dies die Nebenwirkungen mancher Medikamente sind, ihr Verdauungssystem gestört ist oder sie andere systemische Gesundheitsbeschwerden haben. Ein Gesundheitscheck beim Arzt ist ratsam!

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Symptom 2: Karies & Zahnfleischentzündung

Im hinteren Drittel der Zunge ist der Belag besonders stur und dick, da er mit Speichel und dem Gaumen wenig in Kontakt kommt. Im Gegensatz dazu, ist der vordere Teil mit dem Gaumen häufiger in Kontakt und wird durch Sprechen und Schlucken natürlich gereinigt. So ist der hintere Zungenrücken natürlich der ideale Spielplatz und Brutstätte für Bakterien, um zu Pilzen heranzuwachsen und Krankheiten der Mundschleimhaut sowie Zahnfleischhaut zu fördern. Im Worst Case kann eine akute Zahnfleischerkrankung sogar Ursache von Zahnausfall sein. Damit nicht genug! Die kleinen, hinterlistigen Unruhestifter von Bakterien können auch übersiedeln und Zähne in Form von Plaque befallen, gerade in den Zahnzwischenräumen, die man eh schlecht erreichen kann, fühlen sie sich richtig wohl. Laut manchen Experten hilft da das regelmäßige Reinigen der Zunge. Denn das hat laut Christina Hohmann von der Pharmazeutischen Zeitung Online zufolge, dass die Bakterienanzahl in der gesamten Mundhöhle gesenkt wird und bakterielle Übergriffe auf Zähne, Zahnfleisch und Mundschleimhaut vermindert werden. Das Problem mit dem Mundgeruch wäre damit dann auch gelöst.

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Symtom 3: Verschlechtertes Geschmacksempfinden

Schmecken tun wir Menschen mit der Zunge, genau genommen mit vielen kleinen, einzelnen Geschmacksknospen, die der Zunge diese feine, zäpfchenartige Optik verleihen. Durch aufgenommene Nahrung werden Sinneszellen in den Geschmacksknospen angeregt und die Geschmacksreize durch Nerven an das Gehirn weitergeleitet, wo diese analysiert werden. Von ausgesendeten Botenstoffen, die bestimmte Erregungen hervorrufen, hängt dann ab, ob wir das was wir gerade essen als lecker oder furchtbar empfinden. Wenn man beispielsweise ein Stück Schokolade isst, wird eine große Portion Endorphine (Botenstoff) freigesetzt, die Glücksgefühle auslösen. Wir Menschen haben fünf Geschmackssinne: bitter, salzig, süß, sauer und umami (proteinhaltige Produkte, z. B. Fleisch). Wir schmecken diese verschieden intensiv auf verschiedenen Bereichen unserer Zunge. Beispielsweise schmecken wir süß sehr stark auf der Zungenspitze.

Der Belag auf der Zunge hingegen kann das Schmecken beeinträchtigen und die Kommunikation zwischen Nahrung, Gehirn und Körper stören. Darum ist es wichtig, die Zunge vom Belag mithilfe eines Zungenreinigers zu befreien, damit die Verbindung zwischen den drei Komponenten durch freie Geschmacksknospen wieder hergestellt ist. Das hat außerdem zur Folge, dass Essen geschmackvoller und dadurch zufriedenstellender ist. Übertriebenes Würzen (salzen, pfeffern, süßen etc.) wird somit überflüssig.

Ayurveda: Körper & Geist in Balance

Die über Jahrtausende übermittelte ayurvedische Heillehre betont die Wichtigkeit der täglichen Mundhygiene für die allgemeine Gesundheit. Der Zungenbelag gilt als Abfallstoff (Mala) und sollte beseitigt werden. Wer sich mit der altindischen Medizin bereits etwas auseinandergesetzt hat, weiß um seine gesamtgesundheitliche Behandlungsmethode und hat von den drei Dosha-Typen bestimmt schon gehört. Jeder Mensch ist individuell und verfügt über seine ganz eigene Grundkonstitution, die sich aus der verschiedenen Zusammensetzung der Dosha-Typen ergibt. Daher sind Gesundheit und Heilung auch sehr persönlich, d.h. zwei Menschen mit derselben Krankheit werden aufgrund ihrerer Dosha-Typen und Kombinationen in der Ayurveda-Lehre unterschiedlich behandelt.

So dient die tägliche Morgenroutine nicht nur der Zungenreinigung, sondern der Blick auf die Zunge ist auch wie eine kleine “Selbstdiagnose”:

  • Dicker Belag: schlechte Ernährung und Problematik mit dem Verdauungssystem
  • Trockenheit, Risse und Blässe: Vata-Überschuss
  • Rötungen: Hitzezustände, Zunahme von Pitta
  • Schwellungen, Schleimablagerung: erhöhtes Kapha

Je nach Dosha-Typ werden unterschiedliche, metallene Zungenschaber empfohlen, da diese unterschiedlich auf den Körper und Geist wirken. Kupfer besitzt eine wärmende Eigenschaft, die Kapha-Typen empfohlen wird. Silber ist sinnvoll bei Menschen mit Pitta Dominanz, da Silber kühlend wirkt. Gold hingegen wärmt wieder und wird Vata-Leuten geraten. Alle Dosha-Typen können jedoch auch die günstigere Edelstahl-Variante verwenden.

Zungenreiniger aus Metall (Kupfer, Edelstahl, Gold)

In der Ayurveda-Lehre spielte die Mundhygiene und die Behandlung mit Metallen schon immer eine große Rolle, daher bestehen ayurvedische Zungenreiniger überwiegend aus Edelstahl oder Kupfer.

  • Sehr hygienisch aufgrund der antibakteriellen Wirkung der Metalle
  • Haben eine lange Lebensdauer
  • Rosten nicht

Zungenschaber aus Kupfer wirken antibakteriell

 Generell kann man sagen, dass Metalle Bakterien entgegenwirken. Die Metall-Auswahl hängt dabei laut Ayurveda vom Dosha-Typen ab, wie zuvor bereits erwähnt. Man kann Zungenschaber aus Gold, Silber, Kupfer und Edelstahl benutzen. Auf der anderen Seite spielt auch die persönliche Verträglichkeit (Allergien), der kleine oder große Geldbeutel sowie das favorisierte Design eine große Rolle. Der am häufigsten verwendete Zungenschaaber ist allerdings aus Kupfer – Warum?

Laut einer Studie wirkt Kupfer stark antibakteriell. Bei regelmäßigem Säubern der Zunge mit einem Kupferschaber können 99,9 % der krankheitserregenden Bakterien innerhalb von 2 Stunden vernichtet werden. Kupferionen können sich außerdem mit den streng riechenden Schwefelverbindungen, die Ausscheidungen der Bakterien, verbinden und diese loswerden.

Wie benutze ich Zungenreiniger richtig? (FAQ)

Reinige ich die Zunge vor oder nach dem Zähneputzen?

Bestenfalls benutzt man den Zungenreiniger zwei Mal am Tag. Da der Körper über Nacht entgiftet, werden viele der Schadstoffe über die Zunge ausgestoßen und bilden dort diesen Belag. Aus diesem Grund ist es ratsam die Zunge das erste Mal direkt nach dem Aufstehen zu reinigen.

Ob nun die Zunge vor oder nach dem Zähneputzen gereinigt werden soll, bleibt offen. Denn es gibt keine Studien, die eine bestimmte Reihenfolge empfehlen. Daher sollte man beide Varianten ausprobieren und die für sich effektivste Methode wählen.

Wendet man zusätzlich eine Ölkur an, ist es jedoch anders. Denn traditionell beginnt man das Ölziehen mit dem Zungenreinigen, gefolgt vom Ölkauen und anschließendem Zähneputzen.

Wie gehe ich beim Zungenreinigen vor?

Beim Zungenreinigen sollte man folgende Schritte beachten:

1 Zunge herausstrecken

Zungenspitze kann auch mit zwei Fingern festgehalten und leicht nach vorne gezogen werden, um sie zu fixieren. Oft kann kann auch ein Papiertuch, Waschlappen oder ein Handtuch hilfreich sein, um die Zunge festzuhalten.

2 Ziehbewegung

Mit der freien Hand wird der Zungenreiniger soweit es geht hinten am Rachen angesetzt und mit leichtem Druck in einer langen Bahn ganz nach vorne zur Zungenspitze gezogen.

  • Der Vorgang wird 3-4 mal wiederholt – häufiger bringt hier nicht mehr, eher dass die natürliche Zungenflora gestört wird.
  • Der Vorgang wird an verschiedenen Stellen der Zunge wiederholt, um möglichst viel Belag zu entfernen (seitlich links/rechts).
  • Achtung: Wird zu viel Druck auf die Zunge ausgeübt, können die empfindlichen Geschmacksknospen verletzt werden.

3 Reinigung

Nach jeder Bahn sollte der Zungenreiniger unter fließendem Wasser abgespült werden.

4 Mund ausspülen

Nach Anwendung Mund mit Wasser ausspülen.

Was tue ich bei …

…Verletzungen?

Da sich im Mundraum viele Bakterien tummeln, kann eine Verletzung zu fiesen Entzündungen führen. Generell gilt: beim Zungenreinigen einfach weniger Druck ausüben.

…Brechreiz/Würgereflex?

Führt man den Zahnreiniger zu tief in den Rachenraum ein, kann man einen Würge- oder Brechreiz auslösen.

Dazu ein paar Tipps:

  • Einen sehr flachen Zungenreiniger benutzen, damit man nicht an das Rachenzäpfchen stößt
  • Zunge festhalten und nach außen ziehen, um besser an die hintere Stellen zu kommen
  • Augen schließen

Wie reinige ich meinen Zungenreiniger aus Kupfer?

Wir empfehlen den Zungenreiniger nach Anwendung gründlich mit Wasser abzuspülen und mit einem Handtuch ordentlich zu trocknen, da Kupfer mit Wasser reagiert und Flecken hinterlassen kann.

Jedoch solltet ihr unsere beigelegte Gebrauchsanleitung lesen, um auf Nummer sicher zu gehen. 🙂

Wie oft sollte ich meinen Zungenreiniger wechseln?

Der Wechselrhythmus ist abhängig vom Material des Zungenreinigers. Wenn man einen Zungenreiniger aus Plastik und mit Borsten wählt, sollte man ihn regelmäßig austauschen und an den Wechselrhythmus seiner Zahnbürste anpassen – also ca. alle zwei Monate. Metalle wie Kupfer hingegen können immer wieder abgekocht werden, sodass die Lebensdauer deutlich höher ist. Allerdings ist es auch bei diesem Punkt wichtig, unsere Gebrauchsanleitung zu checken!

Resumée – Sind Zungenreiniger sinnvoll?

Wenn es um die Frage geht, ob Zungenreiniger sinnvoll sind, sprechen die genannten Punkte dafür. Viele beantworten diese Frage daher mit einem klaren “Ja”; so wie McCormack von The Huffington Post, die eine berechtigte Frage stellt: “So you brush your teeth, you floss your gums, but that big plush carpet that sits on the bottom of your mouth gets ignored. Doesn’t make much sense, does it?” Das macht angesichts der Tatsache, dass ca. zwei Drittel aller Bakterien im Mund auf der Zunge sitzen natürlich keinen Sinn und spricht nur für die Zungenreinigung.

Was ist daraus zu schließen? Nun, dass es jeder einmal ausprobieren und sich seine eigene Meinung bilden sollte. Denn einen Zungenreiniger mal zu testen, kann nicht schaden!

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